Der harte Bursche mit der kantigen Form

Basalt wird zum ersten mal von Plinius dem Älteren (23/24 – 79 n.Ch.) erwähnt. Er gilt als Urgestein der Erde und existiert seit Millionen von Jahren. Durch die vulkanische Aktivität wird er aus dem Erdmantel an die Oberfläche transportiert.

Die Vorteile von Basalt liegen in seiner hohen Dichte, was ihn zu den wetterbeständigsten Steinen der Natur macht. Basalt ist ein sehr kompakter Naturstein, der nur langsam verwittert, und deshalb Einsatz als Splitt und Schotter sowie als Mauerstein findet. Seine besondere Erscheinung als Stele mit (meist) hexagonaler Form im Querschnitt läßt ihn schon lange als Zierstein in Gärten oder als Grabstein auf dem Friedhof erscheinen.

Warum ist Basalt sechseckig?

Basalt ist ein vulkanisches Gestein, und er gilt als der am weitesten verbreitete Naturstein. Man findet ihn nicht nur an der Erdoberfläche, sondern auch am Meeresgrund. Dort bestehen fast alle Böden aus Basalt.

Wird der Erdmantel geschmolzen, erkaltet das Magma an der Erdoberfläche und in den Tiefen des Ozeans und die Basaltlava entsteht. Das Magma hat beim Austreten eine Temperatur von bis zu 1200 Grad. Dies reicht allerdings nicht aus, das gesamte Magma zu verflüssigen. Vereinzelt bleiben Gesteinseinschlüsse hart, da sie einen noch höheren Schmelzpunkt haben.

Basaltsäulen sind erkaltete und erstarrte basaltische Lava. Spannungen während des Erkaltens erzeugen ein Netzwerk von Rissen. Diese Risse und Spalten formen später die faszinierende sechseckige Form der Basaltstelen. Die Erscheinungsform dieser erkalteten basaltischen Lava ist hauptsächlich von zwei Faktoren abhängig:

  1. Eruptierte Lava kühlt recht schnell zu einem zusammenhängenden Gesteinsgefüge aus, das je nach Temperatur und Gasgehalt als Pahoehoe-Lava oder als Aa-Lava erstarrt. Sie ist außerdem eher feinkörnig.
  2. Wenn die Abkühlung verzögert stattfindet, entstehen durch Schrumpfung nicht selten meterlange Basaltsäulen, die sich senkrecht zur Abkühlungsfläche bilden, bevorzugt mit einer hexagonalen (sechseckigen) Geometrie. Noch immer recht feinkörnig, ist sie etwas grobkörniger als die eruptierte Lava.

Übrigens: Der Effekt, der zur säulenartigen Ausrichtung des Basalts führt, wird Bénard-Effekt genannt.

Die Giants Causeway in Nord Irland zeigt sehr spektakulär die Säulenbildung von erstarrter Lava. So findet man nicht wenige „Hotspots“ der Natur, die Berühmtheit aufgrund der außergewöhnlichen natürlichen Formationen erlangt haben.

Verwendung

Verwendung findet der Naturstein in vielfältigsten Formen. Beim Hausbau als Grundmaterial, bei der Verkleidung von Fassaden, als Belag für Böden und Treppen, in der Bildhauerei sowie bei Denkmälern und als Grabsteine. Da Basalte extrem druckfest und verschleißarm sind, werden sie sowohl als Baustoffe für den Unterbau von Bahngleisen und Straßen als auch für Wegkreuze verwendet. Wind und Wetter schaden diesem Naturstein praktisch nicht, und Bauten aus Basalt stehen für die Ewigkeit.

Der Gartenbau erfreut sich an der prägnanten Form der Basaltstele, er eignet sich als Pflasterstein genau so wie als Mosaik. In Regionen, in denen Basalt gut abgebaut werden konnte, wurden Häuser oft und gerne aus Basalt gebaut. So finden sich in Gegend um den Ätna in Italien oder in einigen Teilen Syriens sehr viele dunkle Basalthäuser, die z.T. noch heute bewohnbar sind. Ein weiterer Beweis für die Beständigkeit dieses Natursteins.

Trotz der recht hohen Steindichte läßt sich Basalt auch behauen, und so war Basalt auch früher schon beliebtes Material für Bildhauer.

Basalt auf dem Friedhof

Die Tendenz geht zum pflegeleichten Grab. Das ist nicht nur Fakt, sondern auch ein deutlich erkennbarer Trend. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich, aber sicher spielt die höhere Mobilität der Menschen eine große Rolle. Die Kinder wandern in die Städte ab, um dort Karrierechancen wahrzunehmen. Die Eltern wollen ihren Lieben nicht mit pflegeintensiven Grabstätten zur Last fallen. So ist ein Großteil der gewünschten Grabanlagen eine moderne, polierte Grabstätte, die möglichst komplett abgedeckt ist.

Seit einigen Jahren erfreut sich allerdings der Basalt wieder steigender Beliebtheit. Der Grund hierfür ist einfach: Basalt sieht erst richtig gut aus, wenn er eine Zeit lang den Elementen ausgesetzt war. Das bedeutet im Umkehrschluss: Eine Basaltsäule erfordert einen sehr geringen Pflegeaufwand und bietet dennoch ein breites Spektrum an individuellen Ideen zur Ausgestaltung.

Ein Urnengemeinschaftsgrab mit einer großen leitenden Basaltstele als Mittelpunkt und kleineren Basaltkissen als Urnenstein.

Verschiedene Gestaltungsbeispiele von Basaltstelen für ein Grabmal. Durch kunstvolle Bildhauerarbeiten erzählt jedes Unikat eine eigene Geschichte.

 

Heimisches Gestein?

Basalt ist einer der am weitesten verbreiteten Natursteine. Es gibt allerdings einige Gebiete, die besondere Schauwerte besitzen.
Wir im Max Böse Grabmalzentrum in Großenlüder haben das Glück, gleich von zwei solchen Orten umzingelt zu sein: Die wunderschöne Rhön und der Vogelsberg, der das größte zusammenhängende Basaltmassiv in Mitteleuropa bildet. Allerdings wird dieser heimische Basalt ausschließlich zur Herstellung von Basaltschotter abgebaut. Viele heimische Steinbrüche sind aus Gründen des Naturschutzes geschlossen.

Auf der ganzen Welt gibt es zahlreiche Orte, an denen sich säuliger Basalt wie aus dem Bilderbuch präsentiert: der Giant´s Causeway in Irland stellt quasi einen Teppich aus Basalt dar, am Svartifoss auf Island reiht sich eine Basaltsäule an die nächste, und am Scheibenberg im Erzgebirge bildet Basalt Palisaden, die im Volksmund als Orgelpfeifen bezeichnet werden.

Weitere bedeutende Basaltvorkommen befinden sich auf/in:

Island,
Grönland,
den Kanarischen Inseln/Spanien,
den Färöer-Inseln,
Irland,
der Auvergne/Frankreich,
der Lausitz, in der Eifel, Westerwald, Rhön, Odenwald/Deutschland,
Dekkan/Indien,
Karroo/Südafrika, Kamerun,
Montana und Oregon/USA. 

Natürlich gibt es noch viel mehr Gebiete, nicht zuletzt die dunklen Tiefen unserer Ozeane.
Hier, wo die Kontinentalplatten kilometerweit unter der Oberfläche aneinander reiben, entstehen neue Gebirge aus Basalt.

 

 

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