Ein Hünengrab in Keitum auf Sylt

Ein kurzer Rückblick und den derzeitigen Status heute

Wussten Sie, dass die christliche Bestattungskultur ihre Wurzeln in der biblisch-israelischen Tradition hat? In der Antike markieren Grabstelen die letzte Ruhestätte und im alten Rom wurden kleine Tempel und Monumente zur Totenehrung gebaut. Aus der Jungsteinzeit finden wir in Norddeutschland Hünengräber, große Grabhügel mit Steinkammern. Und im Mittelalter begrub man bei uns Geistliche und Mitglieder von Adelsfamilien in den Kirchen und auf den Kirchhöfen. Davon zeugen noch Grabplatten.

Seit dem 16. Jahrhundert entstehen vor den Städten für alle die sogenannten „Gottesäcker“. Martin Luther spricht um 1527 …“ von einem feinen stillen Ort, darauf man mit Andacht gehen kann…“. Luther prägt den Begriff „sprechende Steine“: Steine mit Namen und Daten der Verstorbenen werden aufrecht in der Erde befestigt. So entstand bei uns die bis in die heutige Zeit reichende Grabmalkultur.

Der Begriff „Friedhof“, für die weit vor den Toren der Städte und Dörfer angelegten Begräbnisplätze, entsteht erst im 18. Jahrhundert. In der Barockzeit tragen viele Grabmale Motive von Skeletten oder Totenschädeln. Der Tod war im Leben der Menschen damals präsent.
 
Heute sind die Menschen mit dem Tod weniger vertraut, da das Sterben kaum noch im Kreis der Familie stattfindet. Es wird weitgehend vermieden, über den Tod zu sprechen. Wenn sich ein Trauerfall nicht unter Freunden und Bekannten herumgesprochen hat, oder man die Nachricht nicht aus der Zeitung erfährt, ist der Tod quasi unsichtbar geworden. Das hat Einfluss auf unsere Trauer- und Friedhofskultur. Urnenbeisetzungen in Form von alternativen Bestattungen, wie anonymen Beisetzungen, Waldbestattungen etc. haben zugenommen.

Trauerrituale rücken in den Hintergrund

In der heutigen Zeit spielen vor allem Kosten und die Pflege einer Grabanlage eine wichtige Rolle für die Hinterbliebenen. Viele wollen sich keine Arbeit machen und deshalb fällt oft die Entscheidung für eine alternative Bestattungsart. Oder ein sehr schlicht gehaltenes Grab mit weniger dekorativen Elementen, wie beispielsweise einer Bepflanzung zu unterschiedlichen Jahreszeiten.

Leider finden Gespräche darüber immer seltener im Kreis der Familie statt und der eigentlich wichtigste Aspekt, wie es den Hinterbliebenen mit der Bewältigung der Trauer geht, wird außer Acht gelassen.

Flussfindlinge ähneln früheren Grabsteinen aus einer Zeit, in der die Steine noch naturbelassen ein Grabmal symbolisierten

Flussfindlinge ähneln früheren Grabsteinen aus einer Zeit, in der die Steine noch naturbelassen ein Grabmal symbolisierten. Zu sehen sind Flussfindlinge, Findlinge und Felsen in allen Farben und Größen in unseren Grabmalzentren in Großenlüder und Kindelbrück

Immer wieder berichten Steinmetz-Partner, mit denen das max böse Grabmalzentrum bundesweit zusammen arbeitet, von Angehörigen, die plötzlich feststellen, dass ihnen ein konkreter Ort fehlt, an dem sie ihren Verstorbenen betrauern können und Trauerhandlungen nicht erlaubt sind. Eine Entwicklung, die wir sehr bedauern. 

Der Friedhof als Ort der Liebe und Trauerbewältigung

Eine traditionelle Beerdigung auf dem Friedhof und das Setzen eines Grabmals zur Erinnerung bieten alle Möglichkeiten den Verlust eines geliebten Menschen heilsam zu verarbeiten. Einen geschützten Ort zu haben, wo man den Verstorbenen besuchen kann und für ihn eine Kerze anzünden kann oder Blumen pflanzen, bedeutet Trost. Wenn ein Mensch geht, bleibt die Liebe, der Friedhof ist somit auch ein Ort der Liebe.

Das klassische Grabmal als Erinnerungszeichen

Auch dem Grabstein kommt eine Bedeutung zu. Design, Symbolik, Namen und Daten drücken die Einzigartigkeit des oder der Verstorbenen aus. Ein Grabmal ist ein Erinnerungszeichen und steht für die Würde eines Menschen über den Tod hinaus.
 
Wenn Sie sich näher mit Trauerbewältigung, Tod und Beerdigung beschäftigen wollen, erfahren Sie mehr in unseren Ratgebern auf unserer Website

Schreibe einen Kommentar

Benötigte Felder sind mit * markiert.