Friedhofskultur im Wandel

„Die Kultur eines Volkes wird auch danach beurteilt, wie es mit seinen Toten umgeht“ Perikles

Seit Menschengedenken werden Tote an speziell dafür bestimmten Orten begraben. Dabei ist die Friedhofskultur einem ständigen Wandel unterzogen. Die Forderung vieler Berufstätiger und älterer Menschen, die Grabpflege weniger aufwendig zu gestalten sowie steigende Kosten bei den Gemeinden ebnen Konzepten für alternative Bestattungen und auch anonymen Grabfeldern den Weg. Studien haben jedoch ergeben, dass diese Bestattungsformen nicht optimal für die Trauerarbeit sind.

Trauer braucht einen Ort

Die Angehörigen sollten Handlungen am Grab und am Gedenkstein ausführen können, wie zum Beispiel das Anzünden einer Kerze, das Pflanzen oder Ablegen von Blumen. Das ist für die Trauerbewältigung sehr wichtig. So können die Hinterbliebenen den Verstorbenen umsorgen, das bringt Trost und es entstehen Vertrautheit und positive Erinnerungen. Der Friedhof schafft einen geschützten Raum, an dem die persönliche Trauer gelebt werden kann.

Meditation und Kraftfindung

„Grabsteine sind Gedenksteine und gleichzeitig auch Meditationssteine“, verdeutlicht Susanne Böse vom Grabmalzentrum Böse in Großenlüder „Der Verstorbene wird durch den Stein gesehen. So spiegeln die individuellen Gestaltungen das Wesen des Verstobenen und die Emotionen wider.“ Darüber hinaus ist der Friedhof ein Ort zum Innehalten, auch wenn man gerade kein Grab besucht. Die parkähnliche Gestaltung der Friedhöfe lädt ein, sich einfach auf eine Bank zu setzen und die Sinne ruhen zu lassen. Der Friedhof bietet Stille und ist deshalb ein idealer Platz, um über das Leben nachzudenken und neue Kraft zu finden.

Über Trauergefühle sprechen

Der Friedhof ist auch ein Ort, wo gleichgesinnte Menschen Gelegenheit zum Gespräch haben und Erfahrungen austauschen können. Die Themen Tod und Trauer werden in unserer Gesellschaft oft gemieden, doch auf dem Friedhof sind sie kein Tabu, es darf über Trauergefühle geredet werden. Denn Trauer gehört zum Leben genauso wie die Freude. Aus der Phase der Trauer heraus können die Menschen wieder Kraft schöpfen. Trauer braucht einen Ort, der Trost spendet, einen Ort, der gut tut: Den Friedhof.

Die Zukunft unserer Friedhöfe

Es gibt unterschiedlichste Möglichkeiten der Bestattung – von der Erdbestattung über Urnenbeisetzungen bis zu pflegefreien Wiesengräbern oder gärtnerbetreuten Themengärten. Über die konventionellen Möglichkeiten auf dem Friedhof hinaus sind jedoch neue Konzepte gefragt, die von der Grabpflege entbinden, aber gleichzeitig Trauerrituale zulassen. Einengende Friedhofsvorschriften sollten deshalb überdacht werden, um unsere Friedhöfe an die neuen Bedürfnisse der Menschen anzupassen. Denn Friedhöfe haben über die Bestattung hinaus eine therapeutische Wirkung, nicht nur für den Einzelnen: Es findet sich eine Gemeinschaft Gleichgesinnter. Das tut auch der Gesellschaft gut.

Steinmetzpartner: Fred und Christoph Abel

Der Steinmetz- und Steinbildhauerbetrieb Fred Abel aus Eichenzell arbeitet als Partnerbetrieb innerhalb der Initiative GrabmalPartner eng mit der Firma Böse zusammen. 1930 gegründet wird der Betrieb mittlerweile in vierter Generation von Christoph Abel geführt. „Wir fühlen uns in der Initiative GrabmalPartner sehr wohl“, erklärt er und führt aus: „Wir arbeiten stets im gegenseitigen Austausch. Und das klappt sowohl von den Arbeitsabläufen als auch von der gestalterischen Seite sehr gut.“

Christoph Abel und sein Vater und Inhaber Fred Abel nutzen zur Kundenberatung sehr gerne die große Ausstellungsfläche der Firma Böse. „Das Grabmalzentrum der Firma Böse ist eine der größten Ausstellungen, die es deutschlandweit gibt, das heißt man hat eine sehr große Material- und auch Designvielfalt.“

Ein weiterer Vorteil: Christoph Abel schickt oft Kunden, die bei ihm zur Beratung waren, ins Grabmalzentrum, um sich bestimmte Modelle und Materialien in natura anzusehen. Er verdeutlicht: „In Sachen Natursteinmaterial ist hier alles vorhanden, was der Markt zu bieten hat. Gerade, wenn es beispielsweise um Felsen geht, muss man diese live gesehen haben und da führt kein Weg an der Firma Böse mit ihrem großen Natursteinlager vorbei.“

© Veröffentlicht in: Marktkorb

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