Nichts ist so stetig wie der Wandel

50 Jahre Natursteinwerk Max Böse

Großenlüder. Im Jahr 1964 gründete Steinmetzmeister Max Böse in Großenlüder ein Gewerbe zur Be- und Verarbeitung von Natursteinen. WRF sprach mit seinem Sohn Heinz Böse, der das Traditionsunternehmen 1990 übernommen hat.

Herr Böse, wie hat alles angefangen?

Mein Vater Max hatte gerade seine Meisterprüfung zum Steinmetz absolviert, als in Konstanz ein Nachfolger für ein Grabmalgeschäft gesucht wurde. Er sah sich den „alten Schuppen“ an und wollte schon wieder abreisen, verliebte sich aber in die Tochter des Geschäfts, meine Mutter Emilie, und blieb. Zunächst wollte er nur die laufenden Aufträge zu Ende zu bringen, aber wenig später wurde geheiratet und Max und Emilie führten das Geschäft gemeinsam weiter. Nach der Geburt meiner Brüder Rainer und Florian ging die Familie zurück nach Großenlüder. Dort realisierten sie ihren Traum vom eigenen Granitwerk, das 1966 eröffnet werden konnte. Bereits 1968 wurde es hier zu eng. Deshalb wurde eine weitere Produktionsstätte, unser heutiges Werk im Industriegebiet, errichtet. Zu dieser Zeit wurden die meisten Grabmale noch von Hand gefertigt. Diese Jahre waren von harter Arbeit geprägt: Mein Vater arbeitete in der Produktion und meine Mutter lieferte trotz ihrer drei Kinder mit dem LKW die Ware aus. Ich durfte als kleiner Junge mitfahren und kann mich noch gut erinnern: Wenn der LKW leer war, sind wir zur Belohnung immer Kaffee trinken gegangen.

Was war das wichtigste Ereignis in der Firmengeschichte?

Im Jahr 1975 übernahmen meine Eltern ein weiteres Granitwerk von Luis Sauter in der Schweiz, die heutige Böse Natursteine AG. Seit Ende der Siebziger Jahre führt mein ältester Bruder Rainer dieses Werk in Lengwil. Mein Bruder Florian ist dort ebenfalls im Vertrieb tätig. Ich bin gelernter Steinmetzmeister mit jahrelanger Verkaufserfahrung. 1990 habe ich unseren Betrieb in Großenlüder übernommen. Innerhalb kurzer Zeit hat sich unsere Produktionsfl äche verdoppelt. Zudem haben wir in neue Technologien investiert. Ein weiterer, wichtiger Schritt war der Umbau der Produktionshalle im Jahr 2012. Mit einer 400 Quadratmeter großen Innenausstellung und einer umgestalteten Außenausstellung von rund 10.000 Quadratmetern ist das Natursteinwerk als Grabmalzentrum seither auch für Privatkunden geöffnet. Last but not least sind für uns die „Initiative Grabmalpartner“, eine Kooperation aus zwölf Steinmetzbetrieben der Region, sowie unsere Zertifi zierung nach DIN ISO 9001 im Jahr 2008 sehr wichtig.

Was planen Sie für die Zukunft?

Wir durchlaufen momentan einen Kreativitätsprozess, um unser Unternehmen so auszurichten, dass es den neuen Marktanforderungen gerecht wird. Die individuelle Kundenberatung bleibt weiterhin unser Markenzeichen, denn ein Grabmal, das charakteristisch zum Verstorbenen passt, hilft den Angehörigen bei der Trauerbewältigung.

© Veröffentlicht in: IHK – Wirtschaft & Region Fulda 09/2014

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