Von historischen Grabsteinen zu den neusten Trends

Grabsteine

Welche Gedenksteine sind aktuell gefragt? Welche Formen und Farben sprechen die Emotionen der Hinterbliebenen besonders an und wie sahen Grabsteine in längst vergangenen Zeiten aus? Welche Pflege brauchen unterschiedliche Gesteinsarten und welche Friedhofskonzepte ermöglichen eine besonders individuelle Gestaltung? Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, besuchten Steinmetzbetriebe aus ganz Deutschland die Hausmesse der Firma Böse, die unter dem Motto „Bunte Vielfalt, denn Zukunft braucht Ideen“ stattfand.

Nicht nur in der eindrucksvollen Innen- und Außenausstellung, die insgesamt über 5000 Steine umfasst, sondern auch in der weihnachtlich geschmückten Produktionshalle, wo sonst Grabsteine gefertigt werden, konnte das Fachpublikum die neuesten Grabmaltrends begutachten. Aktuell besonders beliebt: Schlichte, modern anmutende Steine mit Verzierungen aus Edelstahl, ungewöhnliche Formen und zweifarbige Gestaltungen. Auch natürlich belassene Basaltsäulen und Findlinge mit symbolhaften Verzierungen zeigen eine starke Wirkung.

Welche Pfegemittel und Imprägnierungen sich für welche Gesteinsarten besonders eignen, erfuhren die Steinmetze im Fachvortrag eines Spezialisten. In einem weiteren Vortrag informierte Susanne Böse über die gestalterischen Möglichkeiten von Grabstätten, die als kostengünstige und gute Alternative zu einem Rasengrab, einer anonymen Grabstätte oder einer Urnenwand bestehen und Bausteine eines modernen Friedhofskonzeptes sein sollten.

Ein Highlight der Messe waren historische Grabsteine unterschiedlicher Epochen aus der Sammlung des Steinmetzes Uwe Bächt.

Grabstein eines gefallenen Soldaten

Der Betrachter erfährt mit der emotional ansprechenden Inschrift mehr Persönliches über den Verstorbenen als heute üblich. Der Grabstein aus Sandstein trägt die Inschrift: „Hier ruht in Gott mein lieber Sohn Gustav Apel, gestorben an den Folgen der im Kriege erlittenen Verwundung.“ Die Hauptansichtsseite der Stele wird von einer Inschriftenplatte aus Opakglas dominiert. Ein profilierter Rahmen umgibt die Glasplatte. Ursprünglich war am oberen Rahmen ein Emailletäfelchen angebracht.

Grabstein aus der Zeit des Neobarock

Mit einem Sockel aus Sandstein, der ein Marmor-Kreuz trägt, steht dieser historische Grabstein fest am Boden. Der neobarocke Schaft trug ursprünglich ein lateinisches Kreuz. Die Fläche des Giebelfeldes oberhalb des leeren Schriftspiegels ziert ein Rosenzweig als Symbol der Liebe. Unterhalb des Schriftspiegels symbolisiert Eichenlaub Standhaftigkeit und Beständigkeit.

Grabstein aus dem Jahr 1900

Damals wie heute sehen die Hinterbliebenen den Verstorbenen durch die Symbole im Grabstein. Als Material für dieses historische Grabmal wurde Terrazzo – ein spezieller Betonguss – verwendet. Das mehrfach aufgesockelte Baumkreuz wird von Rosen als Symbol der Liebe umrankt. Ein Anker mit gekapptem Tau als Symbol der Hoffnung lehnt am Kreuzschaft. Beide Sockel weisen einfach profilierte Schriftspiegel auf.

© Veröffentlicht in: Marktkorb

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